Dienstag, 12. Februar 2013

Saigon Green – schon mal die vietnamesische Küche im europäischen Gewand probiert?


Erwähnt man die asiatische Küche in Berlin, kommen die meisten unter euch wohl zuerst auf Japanisch, denn Sushi ist zumindest in Berlin allgegenwärtig. Chinesisch ist bekannt und beliebt, gab (und gibt es immer noch) es doch unzählige chinesische Restaurants und Imbisse, die reichlich viele mehr oder minder originelle Gerichte anbieten. Vermutlich die aus dem Thailand zurückgekehrten Touristen unter euch werden noch Thai-Essen empfehlen. Auf vietnamesisches Essen kommen hingegen nicht so viele. Noch nicht. Denn erfreulicherweise verbreitet sich gerade in Berlin schlagartig immer mehr diese neue tolle Art von Essen.
Typischer und inzwischen äußerst beliebter Vertreter dieser vietnamesischen Essensgelüste ist das Saigon Green in der Kantstraße in Berlin-Charlottenburg. Die Karte ist recht umfangreich und es gibt von Vorspesen, Suppen und Hauptgerichten bis hin zu reichlicher Getränkeauswahl alles was das Herz begehrt.
Wer jedoch, wie die meisten der Gäste tagsüber, schnell, frisch, preiswert und äußerst lecker speisen möchte, wird ausdrücklich auf die Tageskarte verwiesen. Dort stehen meistens eine Vorspeise, drei Hauptspeisen und ein Dessert zur Auswahl. Und wer über durchschnittliches Hungergefühl verfügt und nur eine durchschnittliche Menge Essen auf einmal zu sich nehmen kann, dem wird dringend angeraten bei nur einer Hauptspeise zu verbleiben.
Hier, bei Hauptspeisen von der Tageskarte, spielt das Saigon Green vollends sein Potential als Lieferant von leckeren und nahrhaften Speisen aus. Das war nämlich nicht immer so, zu Beginn war die Küche eher betont langsam, besonders die Saucen taten sich eher durch fehlende geschmackliche Akzente hervor und die Preise erschienen als nicht angemessen. Ein Glück sind diese Zeiten vorbei und Saigon Green erstrahlt mit seiner Küche, als wären die Köche von Anfang an ein Muster an Perfektion gewesen.
Heutzutage besonders zu empfehlen ist die knusprige Ente in verschiedenen Saucenvariationen. Ob diese mit Reis oder Nudeln serviert wird, ist fast schon nebensächlich, das freundliche Personal kommt den Sonderwünschen der Gäste ohnehin entgegen. Ein Austausch von Reis gegen Nudeln (oder umgekehrt) ist also gar kein Problem. Ich bin zwar üblicherweise kein großer Freund von Entenfleisch, schmeckt es mir doch meistens zu fettig oder zu knusprig. Hier, im Saigon Green, ist das Entenfleisch jedoch absolut perfekt und die Saucen sind so reichlich und geschmacksintensiv und die Salatbeilage so üppig, dass jedes Essen zu einem Wellness für den Magen (und den Geist auch) wird.
Bei den Saucen ist im Übrigen besonders die Mangosauce hervorzuheben. Diese beinhaltet zumeist tatsächlich große Stücke frischer Mango und schmeckt und riecht so intensiv, dass man sich ein Mangolassi (meine Empfehlung bei den Getränken) fast schon getrost vergessen könnte. Wenn der Lassi nur nicht ebenfalls so lecker schmecken würde. Nicht zu dünn- und nicht zu dickflüssig und perfekt im Geschmack.
Nochmals zu erwähnen bleibt, dass das Essen (besonders zur Mittagszeit wichtig) ausgesprochen schnell seinen Weg auf unsere Tische findet, insbesondere dann, wenn es von der Tageskarte stammt und nicht zu viele Sonderwünsche vom Koch zu erfüllen sind. Ebenfalls keine Selbstverständlichkeit ist die Geduld und die Flexibilität des Personals, der auf (fast) alle Sonderwünsche bei den Speisen problemlos eingeht und diese auch tatsächlich erfüllt.
Mein Fazit - wer zur Mittagszeit in der Gegend um den Savignyplatz ist, sollte unbedingt den Weg zum Saigon Green finden. Nahezu bei jedem Hauptgericht von der Tageskarte könnt ihr nichts falsch machen. Und die Ente ist eine Versuchung wert!
Saigon Green, Kantstraße 23, 10623 Berlin
www.saigon-green.de



Sonntag, 10. Februar 2013

TTP Sushi – könnt ihr euch noch an die Legende erinnern?


Dieses Sushi-Restaurant gehört, und ich werde es nicht scheuen, das Wort zu benutzen, mitunter zu den ersten, die damals in Berlin anfingen Sushi anzubieten. Könnt ihr euch noch an einen klitzekleinen Laden erinnern, der so eng war, dass an einen Sitzplatz im Inneren kaum zu denken war? Dann gehört ihr eindeutig zu den Pionieren der Sushi-Genießer in der Hauptstadt. Das Platzangebot war damals auf keinen Fall das entscheidende Kriterium, um zu TTP zu fahren. Vielmehr waren es die leckeren Sushi, die direkt vor euren Augen zubereitet wurden und, oft in Menüs zusammengefasst, zu sehr fairen Preisen angeboten wurden. 

Das TTP von heute ist zwar mehr oder weniger an der selben Stelle zu finden, mit dem damaligen engen Schlauch von einem Imbiss hat es jedoch nichts mehr zu tun. Das heutige Geschäft wurde nicht nur mehrfach vergrößert, es ist auch schöner und durchgeplanter geworden. Nun kann es den Namen eines Restaurants zurecht und voller Stolz tragen. Von der Ausstattung positiv hervorzuheben ist wohl das Aquarium, das sauber und voll von exotischen Fischen ist. Das Auge kann somit auf deren Bewegungen ruhen, bevor es zu dem Essen rüberschwenken kann. Negativ hervorgehoben kann aber gleich das Platzangebot werden. Denn die Fläche wurde maximal genutzt. Die Tische stehen so eng nebeneinander, dass man nicht nur ohne Anstrengung an der Diskussion vom Nebentisch teilnehmen kann, sondern auch Schwierigkeiten hat seinen Sitzplatz zu nehmen, so nah sind die Tische an den fest eingebauten Sofas.

Entschädigt wird man jedoch nach wie vor durch das Essen. Das Angebot an Sushi ist groß, besonders für die Anfänger sind die Menüs zu empfehlen, die in verschiedener Größe und Zusammenstellung vorhanden sind und oft auch noch Suppe und / oder Tee beinhalten. Wer übrigens keine Suppe will, bekommt stattdessen ein Sushi mehr! Die Sushi selbst sind guter Durchschnitt, werden zwar keine Sterne bei echten Sushi-Meistern verdienen, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist jedoch unschlagbar und alles ist sehr frisch. Wer will, könnte den Koch sogar bei der Zubereitung beobachten, versteckt wird hier nichts.

Neuerdings gibt es auch etwas Verstärkung im Menü, nicht nur Fisch- und Sushiliebhaber kommen auf ihre Kosten. Besonders zu empfehlen sind hier die neuen Udon-Suppen. Diese gibt es sowohl mit Fisch, als auch mit Fleisch, als auch vegetarisch mit den herrlichen Udon-Nudeln. Und diese Suppenportion ist so groß und reichhaltig, dass es keiner weiteren Gerichte bedarf um satt zu werden. Besonders an kalten Winterabenden genau die richtige Alternative zu Sushi!

Alles also perfekt im TTP? Leider nicht ganz. Eine Sache muss negativ bewertet werden, geht es doch um einen so entscheidenden Punkt wie Hygiene. Ingwer gehört nämlich zum Sushi-Essen dazu wie. Dieser wird üblicherweise in anderen Restaurants mit jedem Sushi-Gericht jedem Gast persönlich gebracht. Im TTP jedoch steht dieser in großen Behältnissen immer am Tisch, jeder kann sich bedienen. Ob jedoch der Gast von mir sich an die Hygienevorschriften hielt, sauber und vorsichtig beim Herausnehmen der Ingwerblätter war, wird weder überwacht, noch kann es von mir überprüft werden. Beim Ingweressen im TTP muss ich daher die Gedanken an die Gäste vor mir, die dran waren , ganz fern verjagen.

Und der Kaffee? Der schmeckte leider bestenfalls mittelmäßig und ist eher nicht zu empfehlen. Wer geht aber schon zum Kaffeetrinken in ein Sushi-Restaurant?

Mein Fazit - Menü 12 für den mittleren Hunger eines Anfängers, ein Paar zusätzliche Sushi als eine besondere Leckerei bei größerem Hunger und eine Udon-Suppe für die Verschnupften oder Erkälteten unter euch - die macht jeden wieder fit! Und wenn ihr Ingwer esst, immer schön an die anderen denken.

TTP, Olivaer Platz 5-6, 10707 Berlin
www.ttpsushi.com


Mittwoch, 6. Februar 2013

Einstein am Checkpoint Charlie – nur etwas für die Touristen?


Und wieder komme ich zu meiner erklärten Lieblingskaffeerösterkette – Einstein Cafes. Diesmal hat es mich samt Begleitung zum Checkpoint Charlie verschlagen. Wahrlich kein Ort (hier meine ich die Sehenswürdigkeit an sich – den Checkpoint), an der man viele Berliner trifft. Dafür ist das Gewusel an Touristen kaum zu übersehen. Und selbst am Sonntag, wenn der Rest der Hauptstadt so angenehm ausgestorben wirkt, wird man hier bei noch so schlechtem Wetter nie eine gähnende Leere vorfinden.
Gleiches trifft ganz offensichtlich auf das gleichnamige Cafe zu. Und zwar wirklich alles. Selbst die am Checkpoint bereits obligatorischen als amerikanische GI’s verkleideten flaggenhaltenden „Soldaten“, die für ein Foto posieren wärmen sich bei einer Tasse Kaffee... na, wo denn sonst außer hier, im Einstein.
Vermutlich ist dies auch der einzige Einstein, in dem nicht nur auch am Sonntag kaum ein freies Plätzchen zu finden ist, sondern in dem man seinen bestellten Kaffee auch an den Tisch gebracht bekommt. Wer schon mal bei Einstein war, weiß eigentlich, dass man normalerweise seine Bestellung an der Kasse aufgibt und diese später, in der gleichen Reihenfolge wie die Bestellungen, an der Kaffeemaschine auch ausgehändigt bekommt. Am Checkpoint (zumindest ist es am Sonntag so) suchen die fleißigen Mitarbeiter die Gäste auch dann, wenn diese sich zwischenzeitlich, während sie warteten, umgesetzt haben.
Im Übrigen erinnert die restliche Einrichtung an die anderen Einstein-Shops. Mit wenigen Ausnahmen. Der Kronleuchter im Hauptraum ist schon beeindruckend groß und imposant und an den Wänden hängen, passend zu der Cafeumgebung, historische Bilder des Checkpoints.
Zu dem Kaffee selbst sind die Eindrücke hingegen eher gemischt. Die Zubereitung gelingt den Mitarbeitern gekonnt souverän und routiniert. Mein Latte Macchiato war auch guter Durchschnitt, weich mit nicht zu viel und nicht zu wenig Schaum. Der Cappuccino der Begleitung hingegen schmeckte bitter, am Tassenboden sammelten sich Kaffeekörnchen, nur der Milchschaum war überzeugend fest und cremig.
Übliche Kaffeebegleiterscheinungen in Form von Torten und Süßigkeiten waren zwar vorhanden, jedoch war die Auswahl stark dezimiert. Angesichts der Menschenmassen, die sich aus, im und um den Cafe herum bewegten, überraschte dies allerdings wenig.
Mein Fazit - wenn man auf der Suche nach gutem Kaffee sich zum Checkpoint Charlie verirrte, kann man (und sollte sogar auch) durchaus sein Glück im Einstein versuchen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man eher zufrieden gestellt als bei der umliegenden Konkurrenz. Sonst ist das Cafe nur Voyeuren unter euch zu empfehlen, die sich das Touristenwirrwarr samt sprachlicher und menschlicher Vielfalt antun wollen. Und einen Kaffe dabei zu sich nehmen möchten.  
Einstein Coffeeshop - Checkpoint Charlie, Friedrichstraße 206, , 10969 Berlin
www.einstein-coffeeshops.com

Montag, 4. Februar 2013

Restaurant Genazvale – nicht nur fleischliche Genüsse


Habt ihr schon mal die echte georgische Küche genießen dürfen? Wenn nicht, dankt es euch unter Umständen eure Figur, denn die Speisen sind meist lecker, sättigend und reichlich. Euer Magen dankt es euch hingegen gar nicht, denn ihr verpasst mitunter die beste Geschmacksexplosion, die euch die Perle unter den ehemaligen Küchen der Sowjetunion nur bieten kann.

Ich weiß, jetzt werden ihr, berechtigterweise, den Einspruch erheben und mich fragen, was Georgien, zwanzig Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion, noch mit dieser zu tun habe. Ganz viel, erwidere ich! Denn georgische Küche wird im Ausland auch heute noch oft mit der russischen verwechselt. Das hat mitnichten etwas mit deren Vergleichbarkeit zu tun. Es liegt vielmehr daran, dass gerade zu Sowjetzeiten, aber auch schon davor, im Zarenreich, der georgischen Küche strategische Bedeutung zukam. Oft war Schaschlik in der Sowjetunion zumindest genauso bekannt (und begehrt) wie Borschtsch oder Blini.

Seit geraumer Zeit gibt es in Berlin die Möglichkeit für jeden die Vorzüge der georgischen Küche selbst zu erproben. Nötig und empfehlenswert hierzu sind ein leerer Magen, gute Gesellschaft und ein Quäntchen Glück, um einen der wenigen freien Tische zu ergattern.

Was danach abläuft, kann man nur als Gaumenschmaus bezeichnen. Die Vorspeisen im Genazvale sind reichlich wie teilweise exotisch, aber immer mit viel frischem Gemüse und kleinen besonderen geschmacklichen Nuancen zubereitet. Meine Empfehlung ist ausnahmsweise ein schlichter Salat aus Gurken und Tomaten. Langweilig sagt ihr? Nicht in diesem Restaurant. Hier bekommt ihr es garniert und durchgemischt mit allerlei Zutaten, herausschmecken lassen sich insbesondere die kleingehackten Nüsse. Ebenfalls probieren sollte man die Auberginenstreifen gefüllt mit Nusspaste – ein Gedicht nicht nur für Vegetarier unter uns!

Andere sehr empfehlenswerte Vorspeise, nun aber mit Fleisch, sind die Chinkali. Die erinnern entfernt an sehr große gekochte Teigtaschen. Das freundliche Personal wird hier mit Erklärungen helfen, ich weiß nämlich jetzt, dass man sie mit der Hand isst, um ja keinen Tropfen des köstlichen Saftes zu verlieren.

Ein anderes Gericht darf nicht unerwähnt bleiben – Chatschapuri. Entfernt erinnert dieser an eine Pizza nur mit Käse. Der Käse ist aber ganz speziell, rein georgisch und davon ist auf der heißen Köstlichkeit mehr als genug. Achtung, kann süchtig machen!

Als letztes, jedoch wichtigstes Gericht muss Schaschlik seine krönende Erwähnung finden. Sicherlich wissen die meisten, dass dies ein Fleischspieß ist. Dieser, meist aus Lamm- oder Schweinefleisch, je nach Vorlieben, wird direkt auf dem Spieß serviert und ohne diesen Genazvale zu verlassen sei lediglich den Vegetariern unter euch erlaubt. So köstliches und saftiges Fleisch habe ich selten zu Gesicht (und Magen) bekommen. Meine Empfehlung übrigens (solange ihr die Wahl habt) wäre Schweinefleisch. Bin zwar kein Fan von Schweinefleisch, Lamm wird aber mit jedem Grad weniger immer zäher und müsste eigentlich sofort und in einem Stück verschlungen werden. Bei Schweinefleisch kann man den Genuss zeitlich etwas strecken.  

Für Unentschlossene (oder besonders Neugierige) kann ich übrigens Menüs für zwei Personen empfehlen. Begleitet von freundlichen Erklärungen könnt ihr damit vollends in die verschiedensten Variationen der georgischen Küche eintauchen und hungrig werden ihr dieses Restaurant auch bei Menüwahl nicht verlassen.

Georgische Weine reichen meines Erachtens (noch) nicht ganz an die in Europa etablierten heran, probieren kann der interessierte Gast den einen oder anderen dennoch. Ich bleibe beim Kaffee viel Milch. Soll übrigens auch bei der Verdauung helfen.

Mein Fazit – Gaumenschmaus für Vegetarier wie für Fleischliebhaber!

Restaurant Genazvale, Windscheidstraße 14, 10627 Berlin

www.genazvale.de



Freitag, 1. Februar 2013

Trattoria Felice – noch ein Italiener in Prenzlauer Berg?


Dieser Post betrifft das erste Mal kein Cafe, sondern ein „ausgewachsenes“ Restaurant. Und dann auch noch in Prenzlauer Berg. Sicherlich sollte jeder seine eigene Meinung über den Bezirk bilden. Für mich persönlich ist Prenzlauer Berg nicht so richtig Berlin. Versteht mich bitte richtig, ich bin sehr gern Mal dort und fühle mich für eine kurze, zeitlich beschränkte Dauer sehr wohl. Bin aber doch glücklich und froh diese „Stadt in der Stadt“ verlassen zu haben. Aber gibt es nicht viele davon in unserer vielfältigen Hauptstadt?

Wenn ich jedenfalls in Prenzlauer Berg bin und mal schön, lecker italienisch essen und mich „rund-um-bedient“ im positivsten Sinne des Wortes fühlen möchte, gehe ich in diese Trattoria. Das Wohlfühlen fängt bereits mit der Begrüßung an. Die beiden Chefs, Felice und Salvatore überbieten sich geradezu gegenseitig in Begrüßungen und offensichtlicher Freude über deinen Besuch. Ist das gespielt? Sicherlich muss es das doch mindestens zum Teil sein. Ich habe aber schon einige Male, teilweise auch längere Zeit in diesem Restaurant verbracht und konnte mit eigenen Augen beobachten, dass die beiden auch noch im größten Stress und bei noch so überfüllten Haus Zeit zur Begrüßung der nächsten Gästegruppe finden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man ein Schauspiel über Stunden und Stunden so perfekt „durchziehen“ kann.

Hat man einen Tisch ergattert, bekommt man schon als kleine „complimenti“ vom Haus einen kleinen Teller Oliven samt selbstgebackenem Brot überreicht. Diese haben mich schon mal vor der einen oder anderen Hungerattacke gerettet, die ich beim Anblick aller Köstlichkeiten auf den Nachbartischen erlitten hätte.

Besonders empfehlenswert ist dabei die immer neu aufgelegte Wochenkarte, auf der sich besonders raffinierte saisonale Gerichte finden lassen. Diese zu beschreiben macht keinen Sinn, ihr werdet ohnehin etwas anderes auf eurer Karte finden. Empfehlen kann ich aber auf jeden Fall eine Spezialität des Hauses, die Spagetti aus dem Parmesanlaib. Diese werden direkt vor euren Augen zubereitet, allein bei den Vorbereitungen und den Feuerübungen am überdimensionierten Käselaib zuzuschauen ist schon jedes Geld wert, zumal alles direkt vor euch am Tisch passiert. Bei uns ist es schon vorgekommen, dass andere Gäste extra zu uns an den Tisch kamen, um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Und die Extraportion Trüffel zum Schluss macht aus einer simplen Pasta ein Gericht zum Dahinschmelzen.  

Im Übrigen ist auch die Pizza, was leider gar nicht selbstverständlich ist, dünn, knusprig und reichlich belegt. Und wer noch dank immenser Selbstbeherrschung Platz für ein Dessert übrig lassen konnte - unbedingt ein Dreierlei von Nachspeisen probieren, dort ist das Beste und Bekannteste der italienischen Dolci in einem versammelt.

Also, alles nur perfekt und nichts zu meckern? Nein, nicht ganz. Zwar weiß man, dass Prenzlauer Berg lange seine Arbeiterbezirkszeiten hinter sich gelassen hat und nun zu bürgerlichen Bezirken der Besserverdienenden zählt. Jedoch sind die Preise auch für die Gegend am oberen Niveau angesiedelt, man muss sich eben perfektes Essen leider auch leisten können. Was auf jeden Fall entschädigt ist die fast schon familiäre Atmosphäre und die aufmerksame Bedienung.  

Ach ja, ganz wichtig, der Kaffee ist nach einigen Anlaufschwierigkeiten endlich genauso gut wie der Rest auf der Speisekarte!

Mein Fazit – hingehen und sich umsorgen lassen!

Trattoria Felice, Lychener Straße 41, 10437 Berlin
www.trattoria-felice.de