Freitag, 1. Februar 2013

Trattoria Felice – noch ein Italiener in Prenzlauer Berg?


Dieser Post betrifft das erste Mal kein Cafe, sondern ein „ausgewachsenes“ Restaurant. Und dann auch noch in Prenzlauer Berg. Sicherlich sollte jeder seine eigene Meinung über den Bezirk bilden. Für mich persönlich ist Prenzlauer Berg nicht so richtig Berlin. Versteht mich bitte richtig, ich bin sehr gern Mal dort und fühle mich für eine kurze, zeitlich beschränkte Dauer sehr wohl. Bin aber doch glücklich und froh diese „Stadt in der Stadt“ verlassen zu haben. Aber gibt es nicht viele davon in unserer vielfältigen Hauptstadt?

Wenn ich jedenfalls in Prenzlauer Berg bin und mal schön, lecker italienisch essen und mich „rund-um-bedient“ im positivsten Sinne des Wortes fühlen möchte, gehe ich in diese Trattoria. Das Wohlfühlen fängt bereits mit der Begrüßung an. Die beiden Chefs, Felice und Salvatore überbieten sich geradezu gegenseitig in Begrüßungen und offensichtlicher Freude über deinen Besuch. Ist das gespielt? Sicherlich muss es das doch mindestens zum Teil sein. Ich habe aber schon einige Male, teilweise auch längere Zeit in diesem Restaurant verbracht und konnte mit eigenen Augen beobachten, dass die beiden auch noch im größten Stress und bei noch so überfüllten Haus Zeit zur Begrüßung der nächsten Gästegruppe finden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man ein Schauspiel über Stunden und Stunden so perfekt „durchziehen“ kann.

Hat man einen Tisch ergattert, bekommt man schon als kleine „complimenti“ vom Haus einen kleinen Teller Oliven samt selbstgebackenem Brot überreicht. Diese haben mich schon mal vor der einen oder anderen Hungerattacke gerettet, die ich beim Anblick aller Köstlichkeiten auf den Nachbartischen erlitten hätte.

Besonders empfehlenswert ist dabei die immer neu aufgelegte Wochenkarte, auf der sich besonders raffinierte saisonale Gerichte finden lassen. Diese zu beschreiben macht keinen Sinn, ihr werdet ohnehin etwas anderes auf eurer Karte finden. Empfehlen kann ich aber auf jeden Fall eine Spezialität des Hauses, die Spagetti aus dem Parmesanlaib. Diese werden direkt vor euren Augen zubereitet, allein bei den Vorbereitungen und den Feuerübungen am überdimensionierten Käselaib zuzuschauen ist schon jedes Geld wert, zumal alles direkt vor euch am Tisch passiert. Bei uns ist es schon vorgekommen, dass andere Gäste extra zu uns an den Tisch kamen, um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Und die Extraportion Trüffel zum Schluss macht aus einer simplen Pasta ein Gericht zum Dahinschmelzen.  

Im Übrigen ist auch die Pizza, was leider gar nicht selbstverständlich ist, dünn, knusprig und reichlich belegt. Und wer noch dank immenser Selbstbeherrschung Platz für ein Dessert übrig lassen konnte - unbedingt ein Dreierlei von Nachspeisen probieren, dort ist das Beste und Bekannteste der italienischen Dolci in einem versammelt.

Also, alles nur perfekt und nichts zu meckern? Nein, nicht ganz. Zwar weiß man, dass Prenzlauer Berg lange seine Arbeiterbezirkszeiten hinter sich gelassen hat und nun zu bürgerlichen Bezirken der Besserverdienenden zählt. Jedoch sind die Preise auch für die Gegend am oberen Niveau angesiedelt, man muss sich eben perfektes Essen leider auch leisten können. Was auf jeden Fall entschädigt ist die fast schon familiäre Atmosphäre und die aufmerksame Bedienung.  

Ach ja, ganz wichtig, der Kaffee ist nach einigen Anlaufschwierigkeiten endlich genauso gut wie der Rest auf der Speisekarte!

Mein Fazit – hingehen und sich umsorgen lassen!

Trattoria Felice, Lychener Straße 41, 10437 Berlin
www.trattoria-felice.de

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