Dieser Post betrifft das erste Mal kein Cafe, sondern ein
„ausgewachsenes“ Restaurant. Und dann auch noch in Prenzlauer Berg. Sicherlich
sollte jeder seine eigene Meinung über den Bezirk bilden. Für mich persönlich
ist Prenzlauer Berg nicht so richtig Berlin. Versteht mich bitte richtig, ich
bin sehr gern Mal dort und fühle mich für eine kurze, zeitlich beschränkte
Dauer sehr wohl. Bin aber doch glücklich und froh diese „Stadt in der Stadt“
verlassen zu haben. Aber gibt es nicht viele davon in unserer vielfältigen
Hauptstadt?
Wenn ich jedenfalls in Prenzlauer Berg bin und mal schön,
lecker italienisch essen und mich „rund-um-bedient“ im positivsten Sinne des
Wortes fühlen möchte, gehe ich in diese Trattoria. Das Wohlfühlen fängt bereits
mit der Begrüßung an. Die beiden Chefs, Felice und Salvatore überbieten sich
geradezu gegenseitig in Begrüßungen und offensichtlicher Freude über deinen
Besuch. Ist das gespielt? Sicherlich muss es das doch mindestens zum Teil sein.
Ich habe aber schon einige Male, teilweise auch längere Zeit in diesem
Restaurant verbracht und konnte mit eigenen Augen beobachten, dass die beiden
auch noch im größten Stress und bei noch so überfüllten Haus Zeit zur Begrüßung
der nächsten Gästegruppe finden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man ein
Schauspiel über Stunden und Stunden so perfekt „durchziehen“ kann.
Hat man einen Tisch ergattert, bekommt man schon als kleine
„complimenti“ vom Haus einen kleinen Teller Oliven samt selbstgebackenem Brot
überreicht. Diese haben mich schon mal vor der einen oder anderen Hungerattacke
gerettet, die ich beim Anblick aller Köstlichkeiten auf den Nachbartischen
erlitten hätte.
Besonders empfehlenswert ist dabei die immer neu aufgelegte
Wochenkarte, auf der sich besonders raffinierte saisonale Gerichte finden
lassen. Diese zu beschreiben macht keinen Sinn, ihr werdet ohnehin etwas
anderes auf eurer Karte finden. Empfehlen kann ich aber auf jeden Fall eine
Spezialität des Hauses, die Spagetti aus dem Parmesanlaib. Diese werden direkt
vor euren Augen zubereitet, allein bei den Vorbereitungen und den Feuerübungen
am überdimensionierten Käselaib zuzuschauen ist schon jedes Geld wert, zumal
alles direkt vor euch am Tisch passiert. Bei uns ist es schon vorgekommen, dass
andere Gäste extra zu uns an den Tisch kamen, um sich das Spektakel nicht
entgehen zu lassen. Und die Extraportion Trüffel zum Schluss macht aus einer
simplen Pasta ein Gericht zum Dahinschmelzen.
Im Übrigen ist auch die Pizza, was leider gar nicht
selbstverständlich ist, dünn, knusprig und reichlich belegt. Und wer noch dank immenser Selbstbeherrschung Platz für ein Dessert übrig lassen konnte - unbedingt ein Dreierlei von Nachspeisen probieren, dort ist das Beste und Bekannteste der italienischen Dolci in einem versammelt.
Also, alles nur perfekt und nichts zu meckern? Nein, nicht
ganz. Zwar weiß man, dass Prenzlauer Berg lange seine Arbeiterbezirkszeiten
hinter sich gelassen hat und nun zu bürgerlichen Bezirken der
Besserverdienenden zählt. Jedoch sind die Preise auch für die Gegend am oberen
Niveau angesiedelt, man muss sich eben perfektes Essen leider auch leisten
können. Was auf jeden Fall entschädigt ist die fast schon familiäre Atmosphäre
und die aufmerksame Bedienung.
Ach ja, ganz wichtig, der Kaffee ist nach einigen Anlaufschwierigkeiten endlich genauso gut wie der Rest auf der Speisekarte!
Ach ja, ganz wichtig, der Kaffee ist nach einigen Anlaufschwierigkeiten endlich genauso gut wie der Rest auf der Speisekarte!
Trattoria Felice, Lychener Straße 41, 10437 Berlin
www.trattoria-felice.de

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