Mittwoch, 6. Februar 2013

Einstein am Checkpoint Charlie – nur etwas für die Touristen?


Und wieder komme ich zu meiner erklärten Lieblingskaffeerösterkette – Einstein Cafes. Diesmal hat es mich samt Begleitung zum Checkpoint Charlie verschlagen. Wahrlich kein Ort (hier meine ich die Sehenswürdigkeit an sich – den Checkpoint), an der man viele Berliner trifft. Dafür ist das Gewusel an Touristen kaum zu übersehen. Und selbst am Sonntag, wenn der Rest der Hauptstadt so angenehm ausgestorben wirkt, wird man hier bei noch so schlechtem Wetter nie eine gähnende Leere vorfinden.
Gleiches trifft ganz offensichtlich auf das gleichnamige Cafe zu. Und zwar wirklich alles. Selbst die am Checkpoint bereits obligatorischen als amerikanische GI’s verkleideten flaggenhaltenden „Soldaten“, die für ein Foto posieren wärmen sich bei einer Tasse Kaffee... na, wo denn sonst außer hier, im Einstein.
Vermutlich ist dies auch der einzige Einstein, in dem nicht nur auch am Sonntag kaum ein freies Plätzchen zu finden ist, sondern in dem man seinen bestellten Kaffee auch an den Tisch gebracht bekommt. Wer schon mal bei Einstein war, weiß eigentlich, dass man normalerweise seine Bestellung an der Kasse aufgibt und diese später, in der gleichen Reihenfolge wie die Bestellungen, an der Kaffeemaschine auch ausgehändigt bekommt. Am Checkpoint (zumindest ist es am Sonntag so) suchen die fleißigen Mitarbeiter die Gäste auch dann, wenn diese sich zwischenzeitlich, während sie warteten, umgesetzt haben.
Im Übrigen erinnert die restliche Einrichtung an die anderen Einstein-Shops. Mit wenigen Ausnahmen. Der Kronleuchter im Hauptraum ist schon beeindruckend groß und imposant und an den Wänden hängen, passend zu der Cafeumgebung, historische Bilder des Checkpoints.
Zu dem Kaffee selbst sind die Eindrücke hingegen eher gemischt. Die Zubereitung gelingt den Mitarbeitern gekonnt souverän und routiniert. Mein Latte Macchiato war auch guter Durchschnitt, weich mit nicht zu viel und nicht zu wenig Schaum. Der Cappuccino der Begleitung hingegen schmeckte bitter, am Tassenboden sammelten sich Kaffeekörnchen, nur der Milchschaum war überzeugend fest und cremig.
Übliche Kaffeebegleiterscheinungen in Form von Torten und Süßigkeiten waren zwar vorhanden, jedoch war die Auswahl stark dezimiert. Angesichts der Menschenmassen, die sich aus, im und um den Cafe herum bewegten, überraschte dies allerdings wenig.
Mein Fazit - wenn man auf der Suche nach gutem Kaffee sich zum Checkpoint Charlie verirrte, kann man (und sollte sogar auch) durchaus sein Glück im Einstein versuchen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man eher zufrieden gestellt als bei der umliegenden Konkurrenz. Sonst ist das Cafe nur Voyeuren unter euch zu empfehlen, die sich das Touristenwirrwarr samt sprachlicher und menschlicher Vielfalt antun wollen. Und einen Kaffe dabei zu sich nehmen möchten.  
Einstein Coffeeshop - Checkpoint Charlie, Friedrichstraße 206, , 10969 Berlin
www.einstein-coffeeshops.com

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