In meinem heutigen Beitrag verlasse ich mal wieder nicht nur
Berlin, sondern auch Deutschland und widme mich ganz einer im Ausland
weitgehend unbekannten, vermutlich nicht einmal ursprünglich russischen
Spezialität. Diese in Sankt-Petersburg zu finden fällt eigentlich leicht, gibt
es doch „Pyshki“ an vielen Ecken, besonders im Zentrum der ehemaligen
Hauptstadt.
Pyshki (das ist übrigens die Mehrzahl von Pyshka) sind runde, in Fett
gebackene kleine Köstlichkeiten, die von der Form und Größe etwa einem Bagel
ähneln. Der geschmackliche vergleich könnte jedoch nicht ferner liegen. Ist der
Bagel doch fest und brotähnlich, sind die Pyshki weich und süß.
Übrigens versuchen nur Kulturbanausen und Moskauer (in
Sankt-Petersburg werden eh die einen den anderen gleichgestellt) die Pyshki als Ponchik zu
bezeichnen. Bei dem Ponchik handelt es sich um ebenfalls süßes, weiches Gebäck,
das jedoch rund, vom Geschmack etwas fester und oft klein wenig säuerlicher
schmeckt. Pyshki sind rund und haben ein Loch in der Mitte. Und basta!
Mein Lieblingslieferant für Pyshki in Sankt-Petersburg
befindet sich unweit Sennaya Platz in einem unscheinbaren Cafe. Die Einrichtung
ist spartanisch, fast schon sowjetisch, jedoch wäre sie für die alten Sowjetzeiten fast schon nobel. Im Vergleich zu manchen anderen Pyshki-Anbietern, die
sich über mangelndes Interesse der Kunden beschweren, ist dieses Cafe zu jeder
Tageszeit voll und erfreut sich stetiger Beliebtheit seit mehreren Jahrzehnten.
Den Bestellvorgang meistert übrigens jeder, auch ohne
ausgesprochene Russischkenntnisse. Es gibt nämlich nur die Pyshki als Essen und
Kaffee oder Tee zum Trinken. So reicht es eine Zahl zu nennen (dve – 2, tri – 3
usw.) für Pyshki und die Verkäuferin reicht diese prompt, mit Puderzucker obendrauf dem
Kunden. Zum Trinken kann ich tatsächlich den Kaffee empfehlen, diesen gibt es
zwar nur in der Variante mit Milch und Zucker, sie passt jedoch perfekt zu den
Pyshki und schmeckt nicht einmal schlecht.
Mein Fazit – wer sich etwas Ungesundes aber leckeres und
süßes antun will, keine Angst vor einer Bestellung auf Russisch hat und sich
nicht vor Sowjetscharm mit Stehplätzen und selbstgebastelten Papierservietten abschrecken
lässt, sollte unbedingt Pyshki ausprobieren.

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