Mit der heutigen Geschichte
kehre ich nicht nur wieder nach Berlin zurück, sondern wage mich an ein
Restaurant, das zugleich in aller Munde ist und auch als Geheimtipp gelten kann.
Genau das ist in meinen Augen das Doree in Schöneberg.
Wenn mich nämlich mal wieder die
Lust nach einem saftigen Steak übermahnt und ich viel Qualität für
verhältnismäßig wenig Geld haben will, gehe ich mal wieder ins Doree.
Dass es sich dabei eigentlich um
keinen Geheimtipp handeln kann, offenbaren die Mengen an Besuchern, die gerade
abends das Restaurant bevölkern. Meistens handelt es sich dabei um das
einheimische Publikum aus dem umliegenden Bezirk, ist doch die Gegend nicht
gerade für Gourmet-Tempel bekannt. Dieser nur partielle Ruhm wird dem Doree
jedoch nicht gerecht, vor allem wenn man weiß, welche Köstlichkeiten sich auf
seiner Karte offenbaren.
Der erste Eindruck übrigens
überzeugt nicht gerade, für eine auch nur ansatzweit elegante Ausstattung fehlt
es dem Betreiber offenbar an Phantasie, Lust oder Mitteln, pendelt sich diese
doch irgendwo zwischen einer Eckkneipe und einem undurchschaubaren
Asia-Balkan-Deutsch-Restaurant. Dafür sind aber die Kellner fix, kennen die
Karte auswendig und bewegen sich stets aufmerksam zwischen den (engen) Reihen.
Auf der Karte selbst findet sich
einiges an pseudoitalienischen Spezialitäten, die geschmacklich nicht
sonderlich hervorstechen. Auch alle möglichen sättigenden Fleischvariationen
wie Schnitzel oder Medaillons sind zum Links-Liegen-Lassen. Worauf ich mich
immer im Doree freue, ist die riesige Auswahl an Rindfleisch, gekrönt von
meinem persönlichen Favorit, dem Filet. Für den kleinen Hunger 180gr, für den
größeren 250. Das Fleisch wird nicht nur sorgfältig ausgesucht, ist frei von
Sehnen, Knochen und Fett, sondern auch perfekt zubereitet. Bestellt man
übrigens sein Steak „englisch“, bekommt man es auf einer heißen Pfanne
serviert, in der das Stück Fleisch noch zu Ende gart während man bereits
genüsslich reinbeißt. Und dass man dazu gerade mal (für das größere Stück) 8,49
EUR bezahlt, steigert den Genuss nochmals nachträglich.
Zum Fleisch, vorausgesetzt man
ist kein Purist und erwartet eine Beilage, kann ich verschiedene Variationen
aus Kartoffeln empfehlen, Bohnen oder Spinat. Die Preise sind so erfreulich
gering, dass man in die Versuchung gerät alles zu bestellen. Die Portionen aber
sind geradezu riesig, das Preis-Leistungsverhältnis ist einfach paradiesisch. Und den Vergleicht zu den etablierten Steakhouse-Ketten oder gar
Fleisch-Gourmee-Tempeln der Stadt muss sich das Doree (was Steaks angeht) geschmacklich überhaupt
nicht scheuen. Auch für das vierfache des Preises habe ich keine wesentlichen
relevanten Unterschiede herausschmecken können. Vielleicht gelingt ja euch das?
Mein Fazit – das Doree ist ein
typischer Verttreter der rustikalen Küche und angesichts der Preisgestaltung
einfach unschlagbar. Ein Menü für zwei, samt Getränken, ist für unter 25 EUR zu
bekommen und, wenn man die einfache Einrichtung in Kauf nimmt, man speist viel
und gut. Unbedingt ausprobieren!

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