Dienstag, 29. Januar 2013

Cafe Taubenschlag - ist das noch ein Geheimtipp?

Ihr wart sicherlich auch schon mal in der Situation, in einer euch nicht bekannten Gegend zu sein und dort eine, zwei Stunden „totschlagen“ zu müssen.

Mein Fahrzeug war in der Werkstatt, ich hatte mehr als eine Stunde zur Verfügung und suchte daher nach einem netten Cafe, um dort die Zeit sinnvoll zu verbringen. Sinnvoll heißt in diesem Falle einen guten Kaffee zu trinken, Zeitung zu lesen, gemütlich zu sitzen.

Und jetzt versucht mal etwas in Schöneberg in der Nähe der Kolonnenstraße zu finden. Meine Suche war jedenfalls erfolgreich. Aber erst nachdem ich mehrere Bäckereien und unscheinbare Cafes passiert bin, die allesamt fast leer waren.

Mein Gefühl brachte mich zu einem (o Wunder!) zu dieser Zeit erstaunlich gut gefülltem Cafe namens Taubenschlag. Hier habe ich, jegliche Hoffnung fast aufgegeben, doch noch meinen Latte Macchiato bekommen. Und er war genauso wie ich ihn erwarte. Das heißt nicht zu viel Schaum, warm aber nicht zu heiß, cremig und weich mit einem leichten Kaffeegeschmack. Glaubt keinem, der euch gegenüber behaupten würde, der Kaffee muss bitter schmecken! Im Zusammenspiel mit der Milch darf nichts mehr von diesem bitteren Geschmack übrig bleiben.

Auch sonst konnte ich gut nachvollziehen, weshalb hier so voll war. Die Atmosphäre kann man am besten mit einem Wort beschreiben – entspannt. Dazu trugen leichte und unaufdringliche Musik bei, die bequemen Sessel, der sichere und freundliche Umgang des Gastwirtes mit seinen Gästen wie mit seiner Kaffeemaschine. Das Cafe erinnert mich an die Anfänge dieser „entspannten Kaffeehauskultur“ zum Beispiel in Prenzlauer Berg. Leider dampfen die dortigen Pioniere inzwischen oft nur so von verkrampften Versuchen Coolness darzustellen und gehen oft im lieblosen Abklatsch unter. Treffen kann man dort ohnehin nur noch frisch aus anderen Städten Eingewanderte, die sich endlich wie waschechte Berliner fühlen wollen oder Touristen, die auf der Suche nach coolen Plätzen der Stadt leider in Prenzlauer Berg verirrt haben.

Aufgefallen ist, dass im Taubenschlag dagegen nicht nur Stammgäste saßen, sondern auch solche, die wie ich, zum ersten Mal dort waren. Für die, die offensichtlich nicht zum ersten Mal im Cafe erschienen hatte der Gastwirt auch noch Zeit für Smalltalk neben dem Gästebedienen.

Leider habe ich nicht die vielen Kleinigkeiten versucht, die es nebenbei auch noch zu essen gab. Inzwischen hoffe ich aber fast schon, dass es mich bald wieder in diese Ecke der Stadt verschlägt und ich wieder eine Stunde Zeit zur Verfügung habe.

Mein Fazit - auf jeden Fall selbst ausprobieren!

Cafe Taubenschlag, Leberstraße 1-3, 10829 Berlin
www.cafe-taubenschlag.de



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